Geschichte

 

Valencias Wurzeln liegen lange in der Geschichte zurück. Seit ihrer Gründung hat die Stadt an der spanischen Mittelmeerküste viele Ereignisse überstanden, die sie zu dem gemacht haben, was sie ist: eine moderne Weltstadt.


Valencias Anfänge

Im Jahre 138 v.Chr. wurde die Stadt Valentia von dem römischen Konsul Decimus Iunius Brutus Callaicus gegründet. Im Zuge der Expansion des römischen Reiches wurde sie rund einhundert Jahre später als eine der ersten hispanischen Städte römische Kolonie. Unter westgotischer Herrschaft entwickelte sich die Stadt kaum, sie nahm eine unbedeutende Rolle in der spanischen Wirtschaft ein. Als jedoch die Araber im Jahre 711 Valencia eroberten, wuchs die Stadt rasch an und erreichte im Kalifat von Córdoba 15.000 Einwohner. In der Zeit der Taifa-Königreiche herrschten die Amiriden und die Dhun-Nuniden in "Balansiya", so der neue Name der Stadt. 1094 eroberte El Cid die Stadt für das Christentum, doch nach acht Jahren fiel sie erneut an die Muslime.

 

Die Stadt im Mittelalter

1238 gewann König Jakob I. von Aragonien die Stadt endgültig für das Christentum zurück. Im Anschluss daran machte er sie zur Hauptstadt des Königreiches Valencia, das zur Krone von Aragonien gehörte. Daraufhin nahm die Stadt eine wichtige Rolle im Finanzwesen des Landes ein: Valencianische Banker waren es, die Königin Isabella I. von Kastilien das Kapital für Kolumbus' Seeweg-Suche nach "Hinterindien" liehen. Im 15. und 16. Jahrhundert war Valencia eine der wichtigsten Städte im Mittelmeerraum. Die erste Druckerpresse auf der iberischen Halbinsel stand in Valencia. 1478 wurde die erste Bibel in einer romanischen Sprache (Valencianisch) gedruckt. 1520 kam es in Valencia zur Rebellion der in Bruderschaften (Germanías) zusammengeschlossenen Zünfte. Diese wurde jedoch im April 1521 bei Villalar niedergeschlagen.

 

Valencia in der Moderne

Während des Spanischen Erbfolgekriegs von 1701 bis 1714 stand Valencia auf der Seite von Karl von Österreich. Nach dem Sieg der Bourbonen verlor die Stadt jedoch im Jahre 1707 ihre Privilegien. Im Spanischen Bürgerkrieg (1936-1939) gehörte Valencia zu dem von den Republikanern kontrollierten Gebiet. Ab November 1936 war die Stadt Regierungssitz der Republik, da Madrid gerade umkämpft wurde. Im November 1937 verlegte die republikanische Regierung jedoch ihren Sitz jedoch weiter nach Barcelona. In Folge der Blockade und Belagerung durch Francos Truppe, litt die Stadt sehr und büßte an Bedeutung ein. Im Oktober 1981 erhielt der bekannte katalanische Architekt Ricardo Bofill den Auftrag für die Grundsatzplanung des ehemaligen Turia- Flussbettes. Daraus entstand Valencias "grüne Lunge". Erst im Jahre 1982, nachdem die Faschistische Diktatur absetzt wurde, wurden die Rechte Valencias auf Autonomie im spanischen Grundgesetz festgelegt. Heute ist Valencia eine große autonome Region in Spanien mit eigener Traditionen und eigener Sprache.